Denkspiele mit Kind und Hund

Denkspiele mit Kindern: 10 Ideen, die Hund und Kind Spaß machen und nebenbei für mehr Ruhe sorgen

Denkspiele mit Kindern und Hund: Wie ich mal dachte, „ach, das klappt schon“ … und dann lag die Keksdose am Boden 😅

Kennst du diesen Moment, wenn du dir denkst: „So, jetzt machen wir was Schönes als Familie. Ganz harmonisch. Mit Hund. Mit Kindern. Was soll schon passieren?“

Tja. Bei uns war das ungefähr so: Kind 1 (damals im absoluten „Ich kann alles alleine“-Modus) wollte dem Hund unbedingt ein Denkspiel zeigen. Kind 2 fand es unfair, dass Kind 1 dem Hund Leckerli geben darf. Der Hund fand es unfair, dass die Kinder plötzlich sehr kreative Regeln erfunden haben. Und ich stand dazwischen und dachte „Mooooment mal“, wollte mich sortieren, während im Hintergrund schon die Keksdose zu Boden fiel.

Tja, so kann es laufen. Besser läuft es mit ein paar simplen Regeln und dann kann es wirklich richtig gut werden. Dein Hund denkt, schnüffelt, konzentriert sich. Deine Kinder lernen, ruhig anzuleiten, fair zu sein und Grenzen zu respektieren. Und zusammen bildet ihr eine wundervolle Einheit, von der alle profitieren.

Wenn du Bock hast, genau das öfter zu erleben, kommen hier meine liebsten Ideen.

Bevor wir starten: Die 5 goldenen Regeln, damit Denkspiele mit Kindern wirklich sicher sind

Vorab eine Sache, die mir wirklich am Herzen liegt. Denkspiele mit Kind und Hund sind nur dann toll, wenn sie sicher sind. Deshalb einmal kurz die Spielregeln, die bei uns nicht verhandelbar sind.

1) Erwachsene sind immer dabei

Auch wenn dein Kind super vernünftig ist. Auch wenn dein Hund „niemals was macht“. Denkspiele bringen Futter, Spannung und manchmal Frust ins Spiel. Das ist einfach keine Kinder-Alleinveranstaltung. Es sollte immer ein Erwachsener ein Auge darauf haben.

2) Kein Anfassen des Hundes, wenn Futter im Spiel ist

Tatsächlich interessiert es meine Hunde nicht, wenn sie beim Fressen gestört werden (außer vom jeweils anderen Hund ;)), aber dennoch habe ich schon früh für die Kinder die Regel eingeführt, dass die Hunde beim Fressen nicht berührt werden. Auch sollen die Kinder den Hunden das Futter nicht einfach wieder wegnehmen, wenn die schon am Fressen sind. Ich als Erwachsene mach das durchaus mal, aber nicht meine Kinder. (Ja, ich bin da durchaus eher vorsichtig, obwohl meine Hunde Lämmer sind)

3) Ein Abbruchsignal für alle

Bei uns heißt das „fertig“. Wenn wir das sagen und eine entsprechende Bewegung dazu machen wissen die Hunde, dass nun Schluss ist und das Spiel beendet ist. Auch die anderen Signale sollten den Kindern klar sein, damit sie die gleichen nutzen, wie der Rest der Familie. So beispielsweise „warte“, wenn man gerade das Setting aufbaut. Alles andere sorgt für Verwirrung beim Hund und für Frust beim Kind.

4) Der Hund darf jederzeit aussteigen

Wenn ein Hund weggeht, sich schüttelt, gähnt, sich kratzt, plötzlich „nichts mehr findet“ oder lieber unter dem Tisch verschwindet, dann hat er genug. Die Kinder wissen das (zur Not erinnere ich daran ;)) und der Hund/die Hunde werden dann in Ruhe gelassen.

5) Lieber zu leicht als zu schwer

Kleiner Fakt am Rande: Die meisten Hunde drehen nicht hoch, weil sie zu wenig gefordert sind, sondern weil sie zu schwer oder zu viel gefordert werden. Sie werden dann hektisch, weil sie nicht genau wissen, was zu tun ist. Achte darauf und schraube die Anforderungen runter.

So. Und jetzt gehen wir spielen 🙂

Kinder und Hund Denkspiele

Denkspiele mit Kindern: 10 Spiele, die auch im Alltag funktionieren

Ich schreibe dir zu jedem Spiel dazu:

  • Für welches Alter es gut passt
  • So geht’s Schritt für Schritt
  • So wird’s leichter oder schwerer
  • Und worauf du achten solltest

1) Hütchenspiel

Alter: ab ca. 5, mit Hilfe
Du brauchst: 3 Becher, ein Leckerli

So geht’s:
Stell drei Becher umgedreht hin. Das Kind versteckt ein Leckerli unter einem Becher, während der Hund zuschaut. Dann werden die Becher langsam hin und her geschoben, also die Plätze vertauscht. Der Hund darf dann anzeigen unter welchem Becher das Leckerli ist, Kind hebt den Becher hoch, fertig.

Leichter: nur 2 Becher, kein Schieben.
Schwerer: 4 Becher, mehr Rumschieben

Wichtig: Das Kind bewegt die Becher langsam und der Hund sollte nicht zu sehr hochfahren und alles umwerfen.

2) Der Schnüffelkarton, Kinder Edition

Alter: ab ca. 6
Du brauchst: Karton, Papier oder alte Stoffreste, Leckerli

So geht’s:
Dein Kind stopft Papier oder Stoff locker in einen Karton und versteckt dazwischen Leckerli. Der Hund darf die dann raussuchen, das Kind zählt leise mit, wie viele Stückchen der Hund findet. Das ist ein genialer Fokus-Booster, weil auch die Kinder plötzlich merken: Laut sein ist hier nicht hilfreich, sonst „flutscht“ der Hund aus der Konzentration.

Leichter: weniger Papier/Stoff, größere Leckerli
Schwerer: mehr Inhalt, kleinere Leckerli

Wichtig: Kartons und Papier nur, wenn dein Hund nicht zum Schredder wird. Sonst nimm lieber andere Materialien

3) Nicht das Leckerli

Alter: ab ca. 7
Du brauchst: Leckerli

So geht’s:
Der Hund wird abgelegt. Ein Stück weg von ihm werden Leckerli hingelegt. Nun geht dein Kind etwas zur Seite und ruft den Hund zu sich. Der Hund soll zum Kind gehen, nicht zu den Leckerli! Am Anfang musst du eventuell etwas helfen. Wenn der Hund beim Kind angekommen ist, wird er ins „Sitz“ gebracht und dann zu den Leckerli losgeschickt. Alternativ kann dein Kind die Leckerli auch aufheben und dann dem Hund selbst geben.

Leichter: wenig Leckerli mit größerem Abstand zu Hund und Kind
Schwerer: Leckerli liegen direkt auf dem Weg zum Kind

Wichtig: Kinder lieben dieses Spiel, weil sie sich fühlen wie kleine Trainer. Ihr Timing und ihre klare Art ist hier ganz wichtig.

4) Handtuch-Rolle

Alter: ab ca. 3 mit Hilfe
Du brauchst: Handtuch, Leckerli

So geht’s:
Leckerli aufs Handtuch, Handtuch einrollen. Dein Kind darf rollen, der Hund darf öffnen. Klingt simpel, ist aber ein total schönes Spiel, das durchaus auch mehrere Runde gespielt werden darf.

Leichter: nur einmal umklappen, nicht rollen.
Schwerer: dünneres Handtuch, das ist schwerer aufzurollen

Wichtig: Wenn dein Hund das Ding zerreißt, ist es kein Denkspiel mehr. Dann mach’s leichter oder halte das Handtuch fest.

5) „Stopp, Warte, Jetzt!“

Alter: ab ca. 7
Du brauchst: Leckerli oder eine Futtertube* (gerade bei Kindern Gold wert, weil es so schön sauber ist)

So geht’s:
Kind hält Leckerli sichtbar in der Hand, sagt: „Warte.“ Sobald der Hund kurz still ist, kommt ein ruhiges „Jetzt“ und die Belohnung. Das Kind und Hund lernen hierbei ruhiges, klares verhalten. Wird das Kind hektisch, wird der Hund es auch und das ist nicht das Ziel.

Leichter: sofort belohnen, sobald der Hund nur eine Sekunde still ist.
Schwerer: Hund muss kurz sitzen oder Blickkontakt halten.

Wichtig: Wenn der Hund das „warte“ nicht versteht, musst du als Erwachsener eventuell kurz helfen.

6) Leckerli-Regen

Alter: ab ca. 5
Du brauchst: 10 kleine Leckerli

So geht’s:
Das Kind wirft ein Leckerli, bis der Hund es gefunden hat. Dann erst das nächste. Das klingt banal, ist aber ein super Training für Kind und Hund: Es geht nicht um „schnelle, schnell, schnell“, sondern um eins nach dem anderen. Wir machen das am liebsten im Garten.

Leichter: Leckerli nciht weit werfen
Schwerer: Leckerli hinter ein Stuhlbein, unter ein Tuch…, zwischen den einzelen Würfen darf der Hund zum Kind kommen und sich absetzen

Wichtig: Wenn der Hund hektisch wird, Pause. Das Spiel soll runterfahren, nicht hochdrehen.

7) Der Geräusche-Code (für kleine Spione)

Alter: ab ca. 8
Du brauchst: Leckerli

So geht’s:
Dein Kind bringt dem Hund bei auf ein bestimmtes Geräusch ein Kommando auszuführen. Beispielsweise Schnipsen = Decke. Welches Kommando mit welchem Geräusch verknüpft werden soll, ist recht egal. Wichtig ist, dass es immer die gleiche Kombination ist. Anfangs sagt das Kind das Kommando und macht zeitgleich das Geräusch. Nach ein paar Mal sollte der Hund dann verstanden haben Geräusch = Kommando / Schnipsen = Decke. Dann kann eine weitere Kombination folgen, beispielsweise Pfiff = Sitz.

Das ist wie ein kleines Geheimagenten Spiel, bei dem die Kinder eine Art Geheimsprache mit dem Hund entwickeln.

Leichter: nur ein Signal.
Schwerer: zwei Signale, aber wirklich erst, wenn das erste sitzt.

Wichtig: Geräusche müssen leise sein. Kein Klatschen, kein Kreischen. Ruhiges Arbeiten und gut darauf achten, dass der Hund (oder das Kind ;)) nicht überfordert ist.

Kinder und Hund spielen

8) Kind versteckt, Hund sucht

Alter: ab ca. 5
Du brauchst: Lieblingsspielzeug oder ein Zergel

So geht’s:
Das ist ist das Lieblinsgspiel meiner Kinder.
Kind zeigt dem Hund das Spielzeug, geht zwei Meter weg, legt es sichtbar ab und sagt „Such“. Später wird es hinter ein Kissen gelegt oder neben die Couch. Dein Kind lernt, fair zu verstecken. Dein Hund lernt, Kopf und Nase zu benutzen und bei der Sache zu bleiben.

Leichter: sichtbar ablegen
Schwerer: um die Ecke, in einem anderen Raum, unter einem Schrank…

Wichtig: Kein wildes Rennen, der Hund soll konzentriert suchen. Wenn dein Hund beim Suchen hochdreht, mach kleinere Distanzen und mehr Pausen.

9) Mattenspiel

Alter: ab ca. 6
Du brauchst: Decke, Yogamatte o.ä., Leckerli oder Futtertube*

So geht’s:
Decke auslegen, dein Kind legt den Hund darauf ab. Das Kind belohnt jedes ruhige Draufbleiben, am besten in kleinen Portionen (immer wieder hingehen und ein kleines Leckerli geben oder an der Futtertube lecken lassen). Dann wird das Kommando aufgelöst und die Decke/Matte woanders hingelegt. Alternativ kannst du auch mehrere Stellen verwenden und dein Kind schickt den Hund von einer zur anderen.

Leichter: Hund darf einfach drauf, sofort Belohnung.
Schwerer: Kind geht ein paar Schritte weg, Hund bleibt liegen. Mehrere Decken/Matten, die durchgewechselt werden.

Wichtig: Keine Rügen, wenn der Hund runtergeht. Einfach wieder freundlich drauflotsen.

10) Der Schnüffelteppich Familienedition

Alter: ab ca. 5
Du brauchst: Schnüffelteppich* oder DIY-Version, Leckerli

So geht’s:
Jedes Familienmitglied versteckt abwechselnd 3 Leckerli im Schnüffelteppich. Das Kind darf ansagen: „Los“ und dann startet der Hund. Danach wird gemeinsam gezählt: „Wie viele hat er gefunden?“ Das klingt so simpel, ist aber ein herrlicher Ruheanker im Alltag, weil alle eine Aufgabe haben.

Leichter: nur oben drauf legen.
Schwerer: tiefer verstecken oder kleinere Stückchen.

Wichtig: Wenn du mehrere Hunde hast, bitte nacheinander arbeiten lassen!

Schon probiert? Schreib’s mir gern in die Kommentare, welches Spiel bei euch am besten klappt, ich bin neugierig.

Suchst du weitere Denkspiele? Dann schau mal hier vorbei: Denkspiele für Hunde: 5 Spiele, die deinen Hund wirklich runterfahren (5 bis 10 Minuten)

Typische Stolperfallen und wie du sie entschärfst

„Mein Kind ist zu laut“

Normal. Viele Kinder sind einfach gerne laut. Mach’s spielerisch:
„Wir spielen heute Flüstermodus. Wer am leisesten ist, darf verstecken.“

„Mein Hund nimmt dem Kind alles aus der Hand“

Dann gibt’s erstmal keine Handfütterung. Nimm eine Futtertube* oder leg die Leckerli auf den Boden.

„Mein Hund wird frustriert und fährt dann hoch“

Mach’s leichter. Wirklich. Denkspiele sollen Erfolgserlebnisse bringen, sonst hast du am Ende einen Hund, der bei solchen Aufgaben eher hochdreht als runterfährt und ein Kind, das keine Lust mehr auf Training mit dem Hund hat.

„Mein Hund klaut die Sachen und rennt weg“

Dann ist es gerade kein Denkspiel, sondern „Fang mich doch“. Nutze Dinge, die nicht so spannend sind, oder halte sie fest. Und ganz ehrlich: Manchmal ist ein Spielzeug einfach zu cool, dann ist es eben so.

Q&A: Die häufigsten Fragen zu Denkspielen mit Kindern

1) Ab welchem Alter können Kinder Denkspiele mit dem Hund machen?

Wenn dein Kind ungefähr 4 bis 5 ist, klappt es oft schon, aber nur mit sehr einfachen Aufgaben und enger Begleitung. Ab 6 wird es deutlich leichter, weil Kinder Anweisungen ruhiger umsetzen können. Ab 7 bis 9 ist es oft richtig schön, weil sie echte Mini-Trainer werden. Meine Kinder sind aktuell 6 und 9. Beim 9-Jährigen läuft es schon um einiges strukturierter ab und er benötigt kaum noch Anleitung von mir.

2) Was, wenn mein Hund Ressourcen verteidigt?

Dann bitte keine Denkspiele mit Futter unter Kinderleitung. Das ist kein „Ach wird schon“. Arbeite erst an Management und Training, am besten mit einem guten Trainer. Du kannst stattdessen Spiele ohne Futter machen, zum Beispiel „Kind versteckt, Hund scuht“ oder ruhiges Matten Training.

3) Wie oft sind Denkspiele sinnvoll?

Kurz und regelmäßig ist besser als lang und selten. 5 bis 10 Minuten am Tag können völlig reichen, wenn sie gut gemacht sind. Gerade mit Kindern ist das ein Geschenk, weil es in den Alltag passt.

4) Dreht mein Hund durch Denkspiele nicht erst recht auf?

Kann passieren, wenn es zu schwer ist, zu schnell geht oder zu viel Action drin ist. Darum: langsam, leicht anfangen, Pausen einbauen und darauf achten, dass der Hund Erfolge hat. Denkspiele sind nicht dafür da, den Hund „müde zu machen“, sondern artgerecht ruhig auszulasten.

5) Was, wenn mein Kind keine Lust hat?

Dann ist heute kein Kinder-Denkspiel-Tag. Punkt. Du kannst Denkspiele ja auch alleine machen. Und morgen gibt’s vielleicht wieder Motivation. Und wenn nicht, ist das auch ok. Kinder sind nicht für unsere Hunde verantwortlich! Sie dürfen Aufgaben übernehmen, aber die Verantwortung liegt immer bei uns Erwachsenen.

Fazit: Denkspiele mit Kindern sind verdammt wertvoll.

Wenn du es schaffst, die Spiele ruhig zu halten, die Aufgaben leicht zu machen und deine Kinder als kleine Trainer einzubinden, passieren drei richtig gute Dinge auf einmal:

  1. Dein Hund wird sinnvoll beschäftigt.
  2. Deine Kinder lernen, ruhig zu führen und fair zu sein.
  3. Du schaffst eine wunderbare Einheit zwischen Kind und Hund.

Und wenn du jetzt denkst: „Okay, ich will davon mehr, aber bitte ohne jedes Mal neu überlegen“… dann ist mein E Book genau dafür gemacht.

In „Kleine Denkspiele, große Wirkung: 15 DIY Denkspiele für mehr Ruhe im Alltag“ findest du eine Sammlung, die du wie einen Spickzettel nutzen kannst, wenn der Tag wieder voller ist als dein Wäschekorb. 😉

Wenn du eins der Spiele ausprobierst, schreib mir wirklich gern, welches euer Lieblingsspiel wird. Ich liebe diese kleinen Familien-Geschichten.

P.S.: Wenn dein Hund gerade so richtig im „Ich kann nicht runterfahren“ Modus ist, fang mit dem Schnüffelkarton an. Der rettet bei uns regelmäßig den Feierabend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert