Sommer mit Hund klingt nach langen Abenden draußen, Badespaß und gemeinsamen Ausflügen. Und ja, das alles kann er sein. Aber der Sommer hat auch eine Seite, die viele Hundebesitzerinnen unterschätzen, bis es zu spät ist. Überhitzte Pfoten auf heißem Asphalt, ein Hund der plötzlich nicht mehr will, oder schlimmer: ein Hund der einen Hitzschlag bekommt.
Dieser Artikel ist kein Panikmacher. Er ist ein ehrlicher Überblick über das, worauf du im Sommer wirklich achten solltest, damit ihr beide entspannt durch die heißen Monate kommt.
Das größte Risiko: Überhitzung und Hitzschlag
Hunde schwitzen nicht wie wir. Sie regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich über das Hecheln – und das hat Grenzen. Wenn die Außentemperatur zu hoch ist oder die Luftfeuchtigkeit zu stark ansteigt, kann Hecheln nicht mehr ausreichend kühlen. Das Ergebnis kann ein Hitzschlag sein… und der ist lebensgefährlich.
WTF-Fakt: Ein Hund kann innerhalb von wenigen Minuten einen Hitzschlag bekommen, selbst im Schatten, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist. Und ein Auto in der Sonne heizt sich durchaus in nur 10 Minuten auf über 50 Grad auf. Niemals, wirklich niemals, einen Hund im Auto lassen! Jedes Jahr aufs Neue sterben Hunde in Autos an einem Hitzeschock!
Erste Anzeichen einer Überhitzung sind starkes, lautes Hecheln, Sabbern, taumeln, glasiger Blick oder Erbrechen. Wenn du das siehst: sofort in den Schatten, Wasser anbieten – nicht eiskalt – und zum Tierarzt.

Gassi gehen im Sommer: Wann und wie
Die goldene Regel im Sommer lautet: früh morgens oder abends. Zwischen 11 und 17 Uhr ist die Hitze für die meisten Hunde zu viel. Besonders für kurznasige Rassen wie Bulldoggen oder Möpse, die generell schlechter mit Hitze umgehen, kann es dann unerträglich werden.
Aber nicht nur die Lufttemperatur zählt. Asphalt und Pflastersteine speichern Wärme und können sich auf über 60 Grad aufheizen, während die Lufttemperatur vielleicht „nur“ 30 Grad zeigt. Ein einfacher Test: Leg die Handfläche für 5 Sekunden auf den Boden. Wenn es für dich unangenehm ist, ist es für deinen Hund zu heiß.
Zeichen dafür, dass der Boden zu heiß ist: dein Hund läuft komisch, hebt die Pfoten, bleibt stehen oder will nicht mehr laufen. Dann ab auf den Rasen oder nach Hause.
Übrigens: Kürzere Runden sind im Sommer nicht nur erlaubt, sondern nahezu Pflicht, zumindest tagsüber.
Wasser, Wasser, Wasser
Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Frisches Wasser sollte im Sommer immer verfügbar sein, drinnen und draußen. Wenn ihr unterwegs seid, nimm immer eine Faltschüssel und eine Flasche Wasser mit. Oder eine Flasche, aus dessen Deckel der Hund trinken kann. Wir haben so eine hier*.
Manche Hunde trinken im Sommer überraschend wenig von sich aus. Wenn du merkst, dass dein Hund kaum trinkt, kannst du das Wasser mit einem Schuss Hühnerbrühe aufpeppen, das animiert viele Hunde zum Trinken. Auch Wassermelone ohne Kerne, Gurke oder gefrorene Leckerli sind eine gute Möglichkeit, extra Flüssigkeit zuzuführen.
Kühlen – aber richtig
Kühlen ist gut. Falsch kühlen kann aber gefährlich sein. Niemals eiskaltes Wasser über einen überhitzten Hund schütten, das kann zu einem Kreislaufschock führen. Stattdessen: lauwarmes Wasser, besonders an den Pfoten, dem Bauch und der Leistengegend. Das kühlt effektiv und schonend.
Was wirklich hilft:
Ein nasses Handtuch auf den Boden legen (niemals auf den Hund legen!), viele Hunde legen sich freiwillig drauf. Kühlmatten sind eine praktische Alternative, die deinen Hund auf angenehme Weise runterkühlt ohne zu überfordern. Eine gute Kühlmatte findest du hier.* Kühle Fliesen sind natürliche Kühler, lass deinen Hund selbst entscheiden, wo er liegt und verzichte auf die übliche „Decke“. Ventilatoren können helfen, aber nur in Kombination mit kühler Luft.
Beschäftigung im Sommer: Weniger ist mehr
Viele Hundebesitzerinnen machen im Sommer den Fehler, die normale Auslastung einfach weiterzuführen. Aber glaub mir, das ist keine gute Idee. Dein Hund braucht im Sommer weniger körperliche Aktivität, nicht mehr. Uns geht es schließlich doch meist genau so.
Das bedeutet nicht, dass er gar nichts tun soll. Aber verleg die aktiven Einheiten in die kühlen Stunden und setz im Tagesverlauf auf ruhige Beschäftigungen: eine gefüllte Schleckmatte* aus dem Tiefkühlschrank ist im Sommer doppelt wertvoll. Sie kühlt und beschäftigt gleichzeitig. Gefrorene Leckerli oder ein gefüllter, eingefrorener Kong* sind ebenfalls perfekte Sommerbeschäftigungen.
Nasenarbeit in der kühlen Wohnung ist eine wunderbare Alternative zu körperlicher Aktivität draußen. Dein Hund wird trotzdem müde, auf eine gute, ruhige Art. Wenn du da richtig in das Thema einsteigen möchtest, empfehle ich dir wärmstens mein Nasenarbeit-Starterkit für gerade einmal 7€ !
Wasser und Baden: Nicht jeder Hund liebt es
Viele Hunde lieben Wasser, manche hassen es. Beides ist völlig normal. Wenn dein Hund gerne schwimmt, ist das im Sommer natürlich wunderbar. Aber auch hier gilt: nicht in der prallen Mittagssonne und nicht zu lange.
Achte auf stehende Gewässer: Blaualgen können für Hunde tödlich sein und sind im Sommer leider häufiger. Wenn das Wasser grünlich oder trüb aussieht oder komisch riecht, lieber fernbleiben. Nach dem Baden immer die Ohren trocknen, damit keine Ohrenentzündung entsteht. Besonders bei Schlappohren (bei Stehohren hab ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass die prima von selbst trocknen, Angabe ohne Gewähr)
Und wenn dein Hund kein Wasserfreund ist: kein Problem. Ein Planschbecken im Garten oder auf dem Balkon, in das er freiwillig rein- und rausgehen kann, ist oft eine gute Kompromisslösung. Leckerli rein und er kühlt wenigstens Pfoten und Nase ab. Und wenn er auch das nicht mag, dann eben nicht 😉
Pfoten, Fell und Parasiten – die unterschätzten Sommerthemen
Pfoten: Heiß haben wir schon. Aber auch Schotter, Sand und Salz können die Pfoten reizen. Schau nach dem Spaziergang kurz nach, ob alles in Ordnung ist. Pfotenbalsam* kann bei rissigen Pfoten helfen.
Fell: Bitte nicht einfach scheren. Das Fell vieler Hunde schützt sie auch vor Hitze, es isoliert in beide Richtungen. Ein professioneller Hundefriseur kann dir sagen, was für deinen Hund sinnvoll ist. Regelmäßiges Bürsten ist im Sommer aber auf jeden Fall wichtig, damit das Fell atmen kann.
Parasiten: Zecken, Flöhe und Stechmücken sind im Sommer auf dem Höhepunkt. Sprich mit deinem Tierarzt über geeigneten Schut, was für deinen Hund passt, hängt von Größe, Gesundheit und Lebensweise ab. Nach jedem Spaziergang kurz absuchen, besonders in Ohren, Achseln, Leistengegend und zwischen den Pfoten.
Herzwurm ist in Deutschland selten, aber auf Reisen in südliche Länder ein echtes Thema. Falls ihr verreist: vorher mit dem Tierarzt sprechen.
Q&A: Typische Sommerfragen
Ab welcher Temperatur ist es zu heiß für Gassi?
Das hängt von Hund zu Hund ab, aber ab etwa 25 Grad solltest du die Spaziergänge kürzer halten und auf die Tageszeit achten. Kurznasige Rassen, ältere Hunde und sehr junge Hunde sind empfindlicher und brauchen schon bei niedrigeren Temperaturen mehr Schutz.
Mein Hund will im Sommer gar nicht mehr raus. Ist das normal?
Ja, völlig. Hunde merken selbst, wenn es zu heiß ist und verweigern manchmal einfach den Spaziergang. Sie wissen genau, dass es ihnen nicht gut tut. Hör auf deinen Hund und zwing ihn nicht bei Hitze nach draußen (wenn sie mal dringend müssen, lassen sie sich ja doch zu einer kurzen Runde überreden).
Kann ich meinem Hund Eis geben?
Ja, aber in Maßen und ohne Zusätze. Gefrorene Leckerli, Eiswürfel aus Hühnerbrühe oder selbstgemachtes Hundeeis aus Joghurt und Banane sind prima. Kein Eis mit Zucker, Xylitol oder Schokolade. Lucky liebt übrigens sogar einfache Eiswürfel aus Wasser. Pina hingegen mag sie nicht.
Wie erkenne ich einen Hitzschlag?
Starkes, lautes Hecheln, übermäßiges Sabbern, taumeln, Erbrechen, Bewusstlosigkeit. Im Zweifel sofort zum Tierarzt – ein Hitzschlag ist ein Notfall!
Soll ich meinen Hund im Sommer scheren lassen?
Kommt auf die Rasse an. Bei manchen Hunden ist es sinnvoll, bei anderen schadet es mehr als es nützt. Bitte immer einen Profi fragen, der deinen Hund kennt.
Fazit: Der Sommer mit Hund kann wunderschön sein – mit dem richtigen Blick dafür
Die meisten Sommerthemen sind kein Hexenwerk. Es geht darum, deinen Hund zu beobachten, auf sein Tempo zu hören und ein paar einfache Regeln zu kennen. Früh raus, spät raus, immer Wasser dabei, Boden checken, kühle Beschäftigung tagsüber.
Wenn du das beherzigst, steht einem entspannten Sommer mit deinem Vierbeiner nichts im Weg. Und wenn du nach ruhigen Beschäftigungsideen suchst, die auch an heißen Tagen funktionieren – in meinem E-Book „Dein Hund kommt nicht zur Ruhe? 15 Denkspiele für mehr Ruhe im Alltag“ findest du genau das: einfache, alltagstaugliche Ideen, die deinen Hund sinnvoll auslasten ohne ihn aufzudrehen. Für nur 8,90€, sofort verfügbar. Hier entlang. 🐾
Wie macht ihr das im Sommer – habt ihr schon eine Routine gefunden oder sucht ihr noch? Schreib’s mir gerne in die Kommentare!
P.S. Wasser einpacken. Für euch beide. Immer. Du wirst es nicht bereuen. 😄







