Wenn wir an die Auslastung für Hunde denken, kommen uns meist lange Spaziergänge, Bällchenspiele oder vielleicht Agility in den Sinn. Aber was, wenn ich dir sage: 10 Minuten Nasenarbeit können deinen Hund genauso effektiv auspowern wie eine ganze Stunde Spaziergang? Klingt verrückt – ist aber wahr! Die Hundenase ist ein kleines Wunderwerk und echtes Superorgan. Während wir Menschen vor allem visuell orientiert sind, nehmen Hunde ihre Welt größtenteils durch Gerüche wahr. Das Gehirn deines Hundes arbeitet beim Schnüffeln auf Hochtouren – und Studien zeigen, dass dabei sogar das Wohlfühlhormon Dopamin ausgeschüttet wird. Schnüffeln macht also nicht nur müde, sondern auch glücklich und entspannt.

Die Hundenase: Ein Superorgan
Unglaubliche Riechleistung: Hunde verfügen je nach Rasse über 125 bis 300 Millionen Riechzellen in der Nase – wir Menschen gerade einmal über rund 5 Millionen. Auch der Bereich im Gehirn, der Gerüche verarbeitet, ist beim Hund viel größer als beim Menschen. Kein Wunder also, dass unsere Vierbeiner eine gigantische Riechleistung erbringen können: Sie können bei idealen Bedingungen Gerüche noch in hunderten Metern Entfernung wahrnehmen und unterscheiden. Hunde können sogar “stereo” riechen, d.h. mit jedem Nasenloch getrennt, und so genau feststellen, aus welcher Richtung ein Geruch kommt.
Diese Supernase ist für unsere Hunde das wichtigste Sinnesorgan. Während intensiver Schnüffelphasen atmet ein Hund im Suchmodus vielfach schneller als normal, um möglichst viele Duftmoleküle aufzunehmen. Für uns mag es aussehen, als würde der Hund “nur rumschnüffeln” – doch in Wahrheit laufen dabei hochkomplexe Analysen im Hundegehirn ab. Entsprechend anstrengend kann Schnüffeln sein: Oft schließt der Hund beim konzentrierten Schnuppern sogar das Maul (er hechelt nicht), wodurch die Körpertemperatur steigt und Herz- sowie Atemfrequenz anziehen – vergleichbar mit unserem Puls beim Sport. Kurz gesagt: Nasenarbeit ist Gehirnjogging und Ausdauertraining zugleich. Schon ein kurzer, intensiver Schnüffel-Spaziergang kann einen Hund ähnlich auslasten wie ein langer, temporeicher Marsch.
Und das Beste: Schnüffeln tut der Psyche gut. Während hektisches Ballwerfen viele Hunde eher “hochputscht” und zu Adrenalin-Ausstoß führt, wirkt ruhiges Schnüffeln genau entgegen. Der Puls sinkt, Stress wird abgebaut und stimmungsaufhellendes Dopamin wird freigesetzt. Dein Hund kann beim Schnüffeln also tatsächlich zur Ruhe finden. Forschungen belegen zudem, dass Hunde deutlich weniger Stresssignale zeigen und entspanntere Herzaktivität haben, wenn sie ausgiebig schnuppern dürfen. Schnüffeln ist somit keine Zeitverschwendung, sondern Wellness und Workout in einem – Hunde-Wellness sozusagen.
Was genau ist Nasenarbeit eigentlich?
Nasenarbeit bedeutet, dass dein Hund gezielt mit seiner Nase arbeitet, um bestimmte Dinge zu erschnüffeln, Düfte zu unterscheiden oder versteckte Ziele zu finden. Es geht dabei nicht um körperliche Leistung wie beim Rennen, sondern um geistige Herausforderung und Konzentration. Nasenarbeit kann ganz unterschiedlich aussehen: Die Bandbreite reicht von simplen Leckerli-Suchspielen im Wohnzimmer über das Suchen nach bestimmten Gegenständen bis hin zu komplexen Aufgaben wie Geruchsunterscheidung, Fährtenarbeit oder sogar Mantrailing (Personensuche nach Individualgeruch).
Das Tolle daran: Jeder Hund kann schnüffeln und fast jeder Mensch kann ihn dabei unterstützen! Du brauchst weder ein riesiges Gelände noch teure Profi-Ausrüstung. Viele Schnüffelübungen lassen sich wunderbar in den Alltag integrieren – drinnen wie draußen, auf kleinstem Raum und mit einfachen Hilfsmitteln. Nasenarbeit kann beim Spielen, beim Spazierengehen oder auch als eigenes kleines Training stattfinden. Wichtig ist nur, dass es gezielt erfolgt: Im Unterschied zum freien Herumschnuppern beim Gassigehen hat Nasenarbeit ein klares „Suchspiel-Ziel“ vor Augen (bzw. vor der Nase 😉).
Formen der Nasenarbeit: Von einfach bis professionell
Es gibt viele Arten, wie du die Nase deines Hundes auslasten kannst. Hier einige Beispiele vom einfachen Spiel bis zur anspruchsvollen Suche:
- Leckerli-Suche: Die wohl simpelste Form. Verstecke ein paar Leckerchen an leicht zugänglichen Orten (hinter einem Tischbein, unter einer alten Zeitung, in der Grasnarbe). Dein Hund darf dann auf Kommando schnüffelnd “Such!” die Leckerli aufspüren. Auch das Werfen einer Handvoll Trockenfutter in die Wiese gehört dazu – dein Hund wird mit tiefer Nase durch das Gras streifen und jedes Stück erschnüffeln.
- Gegenstand suchen: Hier lernt der Hund, einen bestimmten Gegenstand mit der Nase zu finden. Das kann ein Spielzeug wie z.B. sein Lieblings-Plüschtier sein oder ein anderes Objekt (Schlüsselbund, Handy, Dummy etc.). Anfangs versteckst du den Gegenstand in Sichtweite und sagst z.B. “Such den Ball!” – lobst beim Finden natürlich überschwänglich. Später kannst du den Gegenstand immer schwieriger verstecken (in einem anderen Zimmer, unter einem Kissen). Hunde können erstaunlich gut Gerüche bestimmten Objekten zuordnen und diese gezielt suchen, wenn man es ihnen beibringt.
- Geruchsunterscheidung: Eine fortgeschrittene Variante. Dabei soll der Hund lernen, einen bestimmten Geruch zu identifizieren und von anderen zu unterscheiden. Ein Beispiel: Du präparierst zwei oder mehr Dosen/Behälter mit unterschiedlichen Gerüchen (z.B. eine mit Teebeutel Kamille, eine mit Pfefferminz, eine ohne Inhalt als Kontrolle) und der Hund soll nur die Kamille-Dose anzeigen. Solche Übungen erfordern schon viel Konzentration und werden oft im Sport Zielobjektsuche (ZOS) oder im professionellen Bereich (z.B. Sprengstoff-/Drogen-Spürhunde) angewendet. Für den Hausgebrauch kann man es spielerisch mit ungefährlichen Gerüchen oder Tee/Kräutern ausprobieren.
- Fährtenarbeit: Darunter versteht man die Suche nach einer Boden-Spur, die z.B. ein Mensch durch das Gehen hinterlassen hat. Der Hund verfolgt mit tiefer Nase die Bodenverwundung und den Individualgeruch der Spur über eine bestimmte Strecke. Fährtenarbeit erfordert Geduld und ist körperlich anstrengend, da der Hund oft in gleichförmigem Tempo schnüffelnd der Spur folgen muss. Viele Gebrauchshunde (Schäferhunde, Jagdhunde) werden darauf trainiert, aber auch als Hobby kann man unter Anleitung mit jedem Hund Fährten legen und suchen lassen.
- Mantrailing: Die Königsdisziplin der Nasenarbeit. Hier sucht der Hund nach einer versteckten Person, und zwar anhand eines Geruchsträgers (z.B. einem getragenen Kleidungsstück der Person). Der Unterschied zur Fährte: Der Hund orientiert sich nicht nur am Bodengeruch, sondern an der gesamten Duftspur eines bestimmten Menschen in der Luft und am Boden – er folgt also dem Individualgeruch einer Person über alle möglichen Untergründe hinweg. Mantrailing ist anspruchsvoll, macht aber vielen Hunden großen Spaß und stärkt ihr Selbstvertrauen. Es gibt mittlerweile Mantrailing-Kurse für Hobby-Hunde, bei denen man das in der Gruppe üben kann.
Du siehst: Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass es dem Hund entspricht, es muss zu ihm passen. Manche lieben die Nahrungssuche am meisten, andere finden Personensuche spannend, wieder andere blühen bei jeder Schnüffelaufgabe auf. Finde heraus, was deinem Hund gefällt! Selbst in speziellen Bereichen eingesetzte Fähigkeiten (wie Trüffel suchen oder Diabeteswarnhunde) basieren letztlich auf dem gleichen Prinzip: Die unglaubliche Hundenase gezielt einsetzen. Und denk immer daran: Es muss nicht professionell sein! Im Vordergrund steht der Spaß und die artgerechte Auslastung deines Vierbeiners.
Die Vorteile von Nasenarbeit auf einen Blick
Nasenarbeit ist weit mehr als nur Zeitvertreib. Hier sind die größten Vorteile des Schnüffeltrainings:
1. Mentale Auslastung pur
Nasenarbeit fordert und fördert das Gehirn. Dein Hund muss sich konzentrieren, denken, Probleme lösen. Das ermüdet angenehm. Oft nachhaltiger als wildes Herumtoben. Schnüffeln ist wie Sudoku lösen für den Hund: Danach ist er zufrieden und müde. Gleichzeitig hat es positive körperliche Effekte, denn die konzentrierte Suche kann Puls und Atmung ankurbeln, ohne dass der Hund dabei überdreht wird.
2. Stressabbau und Entspannung
Schnüffeln wirkt beruhigend. Viele Suchübungen eignen sich perfekt für hibbelige, unsichere oder gestresste Hunde. Studien zeigen, dass gezieltes Schnuppern den Cortisolspiegel (Stresshormon) senken kann und stattdessen Glückshormone wie Dopamin ausgeschüttet werden. Dein Hund wird gelassener und entspannter, wenn er regelmäßig in Ruhe schnüffeln darf. Schnüffeln lassen heißt also oft Stress rauslassen.
3. Fördert die Bindung
Nasenarbeit ist Teamarbeit. Bei vielen Schnüffelspielen gibst du als Mensch kleine Hilfestellungen oder Lob, und dein Hund lernt, auf dich zu achten und mit dir gemeinsam Lösungen zu finden. Das stärkt eure Verbindung auf spielerische Weise. Gemeinsam ein Versteck aufspüren oder eine Fährte verfolgen schweißt zusammen – Erfolgserlebnisse werden geteilt und gefeiert.
4. Vielseitig & für alle geeignet
Ob Welpe, erwachsener Hund oder Senior: Nasenarbeit lässt sich individuell anpassen. Selbst Hunde mit Handicap oder Krankheit können mit einfachen Schnüffelspielen sinnvoll beschäftigt werden, da es nicht auf Geschwindigkeit oder Kraft ankommt. Von klein bis groß, von Couch-Potato bis Sportskanone: Schnüffeln kann jeder. Man kann die Schwierigkeit leicht variieren, sodass der Hund weder unter- noch überfordert wird.
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5. Indoor & wetterunabhängig
Regen, Hitze, Schneesturm? Kein Problem! Viele Nasenspiele kann man einfach in der Wohnung durchführen. Ein verregneter Tag wird mit Schnüffelspielen drinnen nicht langweilig. Du brauchst nicht viel Platz: ein paar Ecken im Zimmer oder der Balkon reichen aus, um eine Suche zu starten. So bleibt dein Hund auch bei schlechtem Wetter geistig ausgelastet.
6. Stärkung der Frustrationstoleranz
Nicht jedes Schnüffelspiel führt sofort zum Erfolg. Manchmal muss der Hund länger suchen oder mehrere Anläufe nehmen, bis er findet, was er sucht. Das lehrt Geduld. Dein Hund lernt, mit kleinen Rückschlägen umzugehen und dranzubleiben, ohne sofort frustriert abzubrechen. Diese Fähigkeit, etwas Frust auszuhalten und weiterzumachen, hilft ihm auch in anderen Lebensbereichen. Er entwickelt echte Problemlöse-Kompetenz und gibt nicht gleich auf, wenn etwas nicht sofort klappt.
7. Artgerechte Auslastung mit Sinn
Unsere Hunde sind von Natur aus Nasentiere. Ihre Welt besteht aus Gerüchen und wir geben ihnen mit Nasenarbeit die Möglichkeit, ihre natürlichen Stärken auszuleben. Statt nur auf vom Menschen erdachte Spiele wie Bällchen holen angewiesen zu sein, darf der Hund etwas tun, das in seiner DNA liegt. Würden Hunde frei wählen, würden sie vermutlich lieber über Wiesen und durch Wälder streifen, Spuren verfolgen und Gerüche erkunden, als endlos neben uns herzujoggen. Nasenarbeit ist somit kein “Bonus”, sondern ein zentraler Bestandteil artgerechter Hundebeschäftigung, bei dem der Hund einfach Hund sein darf.
8. Mehr Selbstvertrauen und Resilienz
Gezieltes Schnüffeln kann auch das Selbstbewusstsein deines Hundes stärken. Wenn er selbstständig Probleme löst und Erfolgserlebnisse beim Suchen hat, wächst sein Vertrauen in die eigene Nase und Fähigkeiten. Tatsächlich haben Forscher herausgefunden, dass regelmäßige Nasenarbeit Hunde optimistischer macht und ihr emotionales Wohlbefinden steigert. Ein optimistischer Hund geht neue Herausforderungen mutiger an und lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. So trägt Schnüffeltraining auch dazu bei, die Resilienz deines Hundes zu fördern: er wird geistig belastbarer und ausgeglichener.
Nasenarbeit: Häufige Missverständnisse
Trotz all dieser Vorteile kursieren einige Mythen und Missverständnisse rund um das Thema Nasenarbeit. Hier drei typische Einwände – und warum sie nicht zählen:
- „Braucht man da nicht viel Zubehör und teures Equipment?“ – Nein, überhaupt nicht. In den meisten Fällen genügen ein paar Leckerlis, ein Karton, vielleicht alte Handtücher oder Plastikdosen und ein bisschen Fantasie. Du kannst viele tolle Schnüffelspiele mit Haushaltsgegenständen basteln: z.B. eine Muffin-Backform mit Tennisbällen drauf als einfaches Geruchs-Puzzle, oder ein Handtuch, in das du Leckerchen einrollst. Natürlich gibt es auch fertige Hilfsmittel, die praktisch sein können. Ein Schnüffelteppich* zum Beispiel ist eine Matte mit vielen Stoffstreifen, in der man Leckerli verstecken kann – super, wenn man nicht immer die Wohnung „präparieren“ will. Oder ein Futterdummy* (ein kleiner befüllbarer Beutel), den man im Garten verstecken und vom Hund apportieren lassen kann. Solches Zubehör kann die Nasenarbeit abwechslungsreicher machen, ist aber kein Muss. Fazit: Lasst euch vom Equipment-Thema nicht abschrecken – schnüffeln geht immer und überall, ganz ohne großen Aufwand.
- „Mein Hund schnüffelt doch beim Gassigehen schon genug!“ – Klar, beim Spaziergang darf und soll dein Hund schnuppern. Aber gezielte Nasenarbeit geht weit darüber hinaus. Beim freien Schnüffeln unterwegs verarbeitet dein Hund zwar Umwelteindrücke, doch es ist meist relativ oberflächlich. Gezielte Suchspiele fordern ihn mental viel stärker heraus, weil er eine bestimmte Aufgabe hat. Es ist der Unterschied zwischen “einfach rumstöbern” und konzentriertem Arbeiten mit der Nase. Schon 5-10 Minuten einer strukturierten Suche (z.B. Leckerli suchen) können deinen Hund mehr auslasten als eine Stunde locker vor sich hinzuschnüffeln. Beides hat seine Berechtigung. Aber zu sagen, Schnüffelspiele seien unnötig, weil der Hund ja draußen schnüffelt, wäre wie zu behaupten, man müsse nie mit dem Hund spielen, weil er ja sowieso läuft. 😉
- „Ich bin kein Hundetrainer – kann ich das überhaupt?“ – Auf jeden Fall! Nasenarbeit muss nicht kompliziert sein. Gerade die einfachen Schnüffelspiele kann jeder ohne Vorkenntnisse durchführen. Du brauchst keine spezielle Ausbildung, um deinem Hund ein Leckerli zu verstecken. Fang mit ganz simplen Spielen an (siehe unten) und steigere langsam die Anforderungen. Du wirst sehen, dein Hund versteht schnell, was du von ihm möchtest, denn die Nase benutzen Hunde intuitiv. Natürlich kannst du, wenn es dich packt, auch einen Kurs besuchen oder Bücher lesen, aber für den Anfang reichen Neugier und ein paar Leckerli. Wichtig ist nur: Hab Geduld, lass dem Hund Zeit und freue dich an seinen Fortschritten. Jeder Erfolg, so klein er anfangs sein mag, motiviert euch beide.
Erste Ideen für den Einstieg
Du möchtest es ausprobieren? Hier sind ein paar einfache Schnüffelspiel-Ideen, mit denen du deinen Hund für Nasenarbeit begeistern kannst:
- Leckerli-Trail: Lege eine kleine Spur aus Leckerlis durch die Wohnung oder den Garten. Beginne damit, den Hund kurz in einem anderen Raum warten zu lassen (oder von jemandem festhalten zu lassen). Verteile dann in unregelmäßigen Abständen Leckerchen vom Start bis zu einem Zielpunkt. Jetzt darf der Hund schnuppernd der Spur folgen und sich jedes gefundene Leckerli einverleiben. Am Ende wartet idealerweise ein besonderer Jackpot (z.B. ein Spielzeug oder ein extra tolles Leckerli). Dieses Spiel führt den Hund spielerisch an die Fährtensuche heran.
- Schnüffelteppich: Verstecke kleine Snacks in einem Schnüffelteppich*. Dein Hund wird mit Begeisterung seine Nase einsetzen, um jedes Krümelchen aus den Fransen herauszusuchen. Falls du keinen Schnüffelteppich hast, kannst du alternativ auch ein paar Leckerli in einer zusammengeknüllten Fleecedecke oder unter zerknülltem Papier auf dem Boden verstecken. Wichtig: Bleib am Anfang dabei und hilf dem Hund, falls er frustriert wird. Die meisten Hunde kapieren aber schnell, dass im Teppich tolle Schätze warten!
- Becherspiel: Nimm drei (undurchsichtige) Plastikbecher oder Schalen. Lass deinen Hund zuschauen, wie du unter einem davon ein Leckerli platzierst, dann stelle ihn neben die leeren Becher. Nun soll der Hund erschnüffeln, unter welchem Becher die Belohnung liegt – er wird vermutlich mit der Nase stupsen oder den richtigen Becher ankratzen. Lobe ihn und heb den Becher hoch, damit er ans Leckerli kommt. Steigere den Schwierigkeitsgrad, indem du den Hund kurz aus dem Raum schickst, während du das Leckerli versteckst, oder indem du die Positionen der Becher vertauschst. Dieses klassische “Hütchenspiel” macht vielen Hunden riesigen Spaß und trainiert die Geruchsunterscheidung auf einfache Weise.
- Gegenstands-Versteck: Verstecke ein Lieblingsspielzeug oder einen persönlichen Gegenstand von dir (z.B. einen Stoffhandschuh) in einem Raum und schicke deinen Hund mit “Such [Objekt]!” los. Anfangs legst du den Gegenstand an leicht auffindbare Stellen (z.B. mitten aufs Sofa) und belohnst das Finden üppig. Dann machst du es immer schwieriger: hinter einer Tür, unter einem Kissen, in einer niedrig offenen Schublade. Dein Hund lernt so, auf einen bestimmten Geruch hin zu suchen – nämlich den Eigengeruch des Spielzeugs oder dein Menschen- bzw. Textilgeruch. Viele Hunde lieben es, ihre Menschen oder deren Sachen zu suchen, und es stärkt ihr Vertrauen in die eigene Nase.
- Versteckspiel mit Mensch: Auch der Klassiker “Verstecken spielen” lässt sich als Nasenarbeit gestalten. Jemand aus deiner Familie oder du selbst (falls der Hund bleibt) versteckt sich, und der Hund darf dann suchen. Anfangs kann die Person sich gut sichtbar hinter eine offene Tür stellen; später vielleicht im Schrank oder hinterm Haus verstecken. Gib dem Hund z.B. den Geruch der Person an einer getragenen Jacke und dann den Befehl “Such [Name]!”. Hunde finden versteckte Personen in der Regel über Geruch und Geräusch – es ist also eine Mischung aus Nasenarbeit und Spaßspiel. Die Freude ist riesig, wenn der Hund seinen Menschen entdeckt! Dieses Spiel lastet aus und fördert nebenbei die Bindung, weil das Wiederfinden so positiv ist.
- Futterdummy-Suche: Verwende einen kleinen Dummy* oder Futterbeutel, den du mit Leckerli befüllst. Zeig ihn deinem Hund, lass ihn vielleicht kurz daran schnüffeln, dann verstecke den Dummy im Gelände: z.B. hinter einem Baum, in hohem Gras oder unter einem Blätterhaufen. Jetzt schick den Hund “Such den Dummy!”. Er darf nun mit Nase voran das Gebiet absuchen. Hat er den Dummy gefunden, wird er dafür reich belohnt – am besten direkt aus dem Dummy gefüttert oder mit einem Spiel daraus. Dieses Spiel vereint Suchen und Apportieren und ist toll, um dem Hund eine Aufgabe auf dem Spaziergang zu geben. Viele Hunde lieben es, ein verstecktes Objekt aufzuspüren und es stolz zu bringen. Tipp: Falls dein Hund nicht apportieren mag, kannst du auch einfach mit ihm gemeinsam hingehen, wenn er den Dummy entdeckt hat, und dort zusammen die Leckerli herausnehmen.
Schon diese einfachen Spiele können einen großen Unterschied machen. Du wirst merken, wie zufrieden und angenehm müde dein Hund danach ist. Steigere den Schwierigkeitsgrad langsam, wenn dein Hund sicherer wird – so bleibt es spannend. Wichtig: Mach zwischendurch Pausen, denn Schnüffeln ist anstrengend. Lieber jeden Tag ein paar Minuten mit Spaß geschnüffelt, als den Hund einmal die Woche eine Stunde durchgehend suchen lassen. Regelmäßigkeit schlägt Marathon-Sessions. Und keine Sorge, wenn mal nicht alles klappt: Nasenarbeit soll in erster Linie Freude bereiten, für euch beide!

Fazit
Nasenarbeit ist kein bloßes “Extra”, sondern ein zentraler Bestandteil einer artgerechten Hundebeschäftigung. Es ist erstaunlich, wie sehr Denken durch die Nase unseren Vierbeinern Spaß macht und guttut. Von kurzen Suchspielen zwischendurch bis zu ausgefeilten Fährten – Schnüffelarbeit ist überall umzusetzen, individuell anpassbar und mental fordernd. Und das Schönste: Es macht Hund und Mensch richtig Freude.
Probier’s aus – dein Hund wird dir zeigen, wie viel Spaß es machen kann, seine Nase einzusetzen! Viele Hunde blühen förmlich auf, wenn sie endlich “mitdenken” dürfen. Eine müde, glückliche Hundenase zu Hause zu haben, ist der beste Beweis dafür, dass 10 Minuten Schnüffeln manchmal wirklich mehr bringen als eine Stunde Gassi. In diesem Sinne: Viel Freude beim Schnüffeln und beim Entdecken der spannenden Geruchswelt mit deinem Hund!
Hinweis: Schnüffeln erlaubt – und erwünscht! Wenn du Lust auf noch mehr Denkspiele hast, schau dir auch unbedingt unseren Artikel “10 spannende Denkspiele – kreative Herausforderungen für deinen Hund” an. Dort findest du weitere Inspiration, wie du deinen Hund geistig auslasten kannst. 🐾

Wenn du merkst, wie sehr dein Hund von Beschäftigung mit der Nase profitiert: Konzentration, Ruhe, ein Zufriedenheit, dann ist mein kleines Starter-Kit genau das Richtige für Euch:
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